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Herne sind die Schülerzahlen weiterhin und im Landesvergleich überdurchschnittlich rückläufig. Vor allem die Hauptschulen schrumpfen. Der Druck, einen höheren Schulabschluss zu machen, sorgt hingegen für Zulauf an den fünf Gymnasien. Im Zehnjahresvergleich haben sie heute fast 25 % mehr Schüler.
Zu den vom Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik veröffentlichten Zahlen: In Herne sind für das laufende Schuljahr 19 554 Schüler an allgemeinbildenden Schulen (ohne Berufskollegs) registriert. Das sind 2,5 % weniger als noch 2006/07 (20 060) und gar 6,4 % weniger als 1997/98, als an den Schulen der Emscherstadt noch 20 881 Kinder und Jugendliche angemeldet waren.
Weder in NRW insgesamt noch in den Nachbarstädten Gelsenkirchen und Recklinghausen sind die Schülerzahlen so stark rückläufig wie in Herne. Im Zehnjahresvergleich haben indes Herten (-9,7 %), Castrop-Rauxel (-7,2 %) und Bochum (-6,7 %) mehr Schüler verloren als Herne.
Der Rückgang der Schülerzahlen insgesamt spiegelt die demografische Entwicklung der schrumpfenden, alternden Bürgerschaft Hernes. Deutlich wird dies insbesondere, schaut man auf die Entwicklung an den Grundschulen: Zählten sie im Jahr 1997/98 noch 7362 Erst- bis Viertklässler, so sind es in diesem Jahr nur mehr 6302 und damit - exakt wie im NRW-Trend - 14,1 % weniger als vor zehn Jahren. Interessant: Alle fünf Nachbarstädte Hernes verzeichnen noch größere Rückgänge an ihren Grundschulen.
Trotzdem: Dass "gravierend" weniger Kinder in Herne leben, wird sich laut Schuldezernentin Gudrun Thierhoff auch auf die Schul-Infrastruktur auswirken. In anderen Nachbarstädten stehen vermehrt Schulen auf dem Prüfstand bzw. sind bereits geschlossen. Das könnte, nachdem die Hauptschule Castroper Straße in Sodingen 1999 aufgelöst wurde und die Grundschule Dannekamp in drei Jahren ausläuft, auch stärker Thema in Herne werden.
Möglichst noch vor Ostern will Thierhoffs Dezernat einen Entwurf für einen neuen Schulentwicklungsplan in die Gremien des Stadtrates tragen, der die Entwicklung der Schülerzahlen ebenso prognostiziert wie den notwendigen Bedarf an Schulinfrastruktur. "Wir stehen sicherlich irgendwann vor der Situation, über schulorganisatorische Maßnahmen sprechen zu müssen", so Thierhoff. "Das heißt unter Umständen auch, über Schulschließungen nachzudenken."
Perspektivisch, so Hernes Schuldezernentin, gelte bei weiter rückläufigen Schülerzahlen für weiterführende Schulen: Bessere Karten für einen Fortbestand haben Schulen mit mehreren Klassen pro Jahrgang. Dies sei eine Argumentation der Qualität, so Thierhoff. Wer einzügig fahre, könne seinen Schülern eben nicht die individuelle Differenzierung und Förderung bieten, wie es an Schulen mit relativ starken Jahrgängen und dementsprechend mehr Klassen möglich sei.
Bei Grundschulen gälten andere Maßstäbe. So fahre etwa die Schule an der Wiescherstraße zwar nur einzügig, ihre Schließung aber sei nicht sinnvoll, da sonst die Schulwege für die Kinder zu weit würden. Doch seit der Änderung des NRW-Schulgesetzes muss die Stadt beachten, welche Prioritäten die Eltern nach Wegfall der Schulbezirksgrenzen setzen. "Das müssen wir uns sehr sorgfältig und differenziert anschauen", so Thierhoff.
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